Sea Intelligence: Weitere 11% Reduzierung der ETS-pflichtigen Distanz bei neuen Routen
In der Ausgabe 754 des Sunday Spotlight analysierte Sea-Intelligence die Routen zwischen Asien und Europa für 2026 im Lichte des nun vollständig implementierten EU-Emissionshandelssystems (ETS). Das ETS verlangt von Reedereien, für 100% der Emissionen zwischen zwei EU-Häfen und für 50% der Emissionen zwischen einem EU- und einem Nicht-EU-Hafen Kohlenstoffzertifikate abzugeben. Um Umgehungen zu verhindern, werden wichtige regionale Transshipment-Hubs wie Tanger (Marokko) und Port Said (Ägypten) als nicht qualifizierende "letzte Anlaufhäfen" ausgewiesen. Das bedeutet, dass ein Schiff, das beispielsweise Singapur-Tanger-Rotterdam befährt, immer noch für 50% der gesamten Reise besteuert wird.
Die Daten zeigen jedoch, dass die Reedereien ihre Steuerexposition effektiv abmildern, indem sie andere geografisch nahe EU-Häfen außerhalb der EU nutzen. Dies setzt die ETS-Distanzberechnung zurück und ermöglicht es ihnen, kürzere Seestrecken zu melden. Durch die Kartierung der Hafenrotationen jeder Asien-Europa-Containerdienstleistung kann Sea-Intelligence feststellen, dass die neu angekündigten Routen die aggregierte ETS-pflichtige Seestrecke im Vergleich zu den Routen von 2025 um weitere 11% reduzieren.
Abbildung 1 veranschaulicht die zusätzlichen Einsparungen, die durch diese Neugestaltung der Routen erzielt werden, aufgeschlüsselt nach Allianzen. Während MSC die höchste absolute Reduzierung der ETS-pflichtigen Distanz im Vergleich zu einer Singapur-Algeciras-Basislinie aufweist, haben weder MSC noch Premier Alliance ihre ETS-Seestrecken im vergangenen Jahr signifikant verändert. Stattdessen...