Der mexikanische Kongress hat ein Gesetz verabschiedet, das darauf abzielt, die in den 1990er Jahren erfolgte Privatisierung der Eisenbahnindustrie des Landes rückgängig zu machen. Die neuen Gesetze würden der Regierung eine stärkere Kontrolle über den Eisenbahnbetrieb verschaffen, mit besonderem Schwerpunkt auf dem Personenverkehr.

Der Senat verabschiedete den Gesetzentwurf am Mittwoch mit einer einstimmigen Abstimmung von 123 zu 0. Aufgrund seines Charakters als Verfassungsreform muss die Gesetzgebung jedoch von mindestens 17 der 32 mexikanischen Bundesstaaten ratifiziert werden, um in Kraft zu treten.

Der Gesetzentwurf ermächtigt die Regierung, bestehende Eisenbahnlinien für den Personenverkehr zu nutzen. Der Präsident wird befugt sein, Konzessionen zu diesem Zweck an öffentliche Unternehmen oder Einzelpersonen zu vergeben. Unternehmen, die derzeit Konzessionen für den Güterverkehr besitzen, werden Berichten zufolge bei der Übernahme von Personenverkehrsbetrieben bevorzugt. Darüber hinaus erklärt die Gesetzgebung Eisenbahnen zu einer Priorität für die nationale Entwicklung.

Offizielle Senatsdaten deuten darauf hin, dass derzeit weniger als 1 % des nationalen Personenverkehrs mit Zügen abgewickelt wird, was eine Unterauslastung der Eisenbahninfrastruktur des Landes widerspiegelt.

Die gewählte Präsidentin Claudia Sheinbaum hat ihre Entschlossenheit bekundet, die von ihrem Vorgänger Andrés Manuel López Obrador geförderten Eisenbahnentwicklungsprojekte fortzusetzen. Sie plant, zusätzliche 4,4 Milliarden US-Dollar zu beschaffen, um die kürzlich gestarteten Projekte Maya Train und Interoceanic Train abzuschließen oder zu erweitern. Darüber hinaus beabsichtigt Sheinbaum, drei neue Personenbahnlinien zu entwickeln, darunter eine, die Mexiko-Stadt verbindet.