Globale Versicherer beginnen, die Kriegsrisikoabdeckung für Teile des Nahen Ostens nach der jüngsten militärischen Eskalation am Golf zurückzuziehen. Dieser Schritt spiegelt eine deutliche Kontraktion der Rückversicherungsbereitschaft wider und hat neue Unsicherheiten für Reedereien und Charterer geschaffen, die in der Region tätig sind.

Führende P&I-Clubs (Protection and Indemnity), darunter Gard, Skuld, NorthStandard, West of England P&I Club und der American Club, haben formelle Kündigungsmitteilungen für bestimmte Kriegsrisikoversicherungen herausgegeben. Die meisten Kündigungen treten nach der üblichen Frist von 72 Stunden am 5. März 2026 um 00:00 GMT in Kraft. Die Ausschlusszonen umfassen iranische Hoheitsgewässer (bis zu 12 Seemeilen vor der Küste) und den breiteren Persischen/Arabischen Golf, einschließlich des Golfs von Oman. Diese Maßnahmen betreffen hauptsächlich nicht-gegenseitige Geschäfte mit Festprämien, wie z. B. Chartererhaftpflicht und nicht pools-fähige erweiterte Deckungen. Die Kern-P&I-Deckung für Reeder bleibt bestehen, wird aber kontinuierlich überprüft.

Der Rückzug der Jahresdeckung bedeutet nicht, dass die Versicherung vollständig verschwindet. Stattdessen verschiebt sich die Kostenlast drastisch nach oben. Marktschätzungen zufolge könnten die Prämien für die Schiffsrumpfversicherung bei Transits im Golf um 25 % bis 50 % steigen, in einigen Fällen potenziell sogar doppelt so hoch sein. Mehrere Clubs bieten eine Wiederherstellung durch "Buy-Back"-Vereinbarungen pro Reise an. Diese bieten eine begrenzte Deckung zu deutlich höheren Prämien. Die Versicherung ist nun zu einem entscheidenden Torwächter für Transitrouten geworden.