Michael Behrendt tritt als Hapag-Lloyd-Aufsichtsratschef aus gesundheitlichen Gründen zurück
In einer bedeutenden personellen Veränderung für die deutsche Schifffahrtsbranche zieht sich Michael Behrendt, eine prägende Figur in der Geschichte von Hapag-Lloyd, aufgrund gesundheitlicher Probleme von seinem Posten als Aufsichtsratsvorsitzender zurück. Der 74-jährige Behrendt hat sich dazu entschlossen, seine Aufgaben bei dem Hamburger Logistikriesen zu reduzieren und wird fortan als einfaches Mitglied im Aufsichtsrat verbleiben. Dieser Schritt markiert das Ende einer Ära für eine der weltweit führenden Containerreedereien. Behrendt war über Jahrzehnte hinweg maßgeblich daran beteiligt, das Unternehmen durch die komplexen Herausforderungen der globalen Logistik zu steuern. Von 2002 bis 2014 leitete er Hapag-Lloyd zwölf Jahre lang als Vorstandsvorsitzender und war der Architekt vieler strategischer Entscheidungen, die das Unternehmen heute ausmachen. Besonders hervorzuheben ist sein Krisenmanagement während der globalen Finanzkrise 2008, als er die Reederei in schwierigem Fahrwasser stabilisierte. Nach seinem Wechsel in den Aufsichtsrat im Jahr 2014 blieb sein tiefgreifendes Fachwissen dem Unternehmen erhalten. Unter seiner Ägide festigte Hapag-Lloyd seine Position unter den Top 5 der globalen Linienreedereien, trieb wichtige Fusionen voran und modernisierte die Flotte konsequent. Die Nachricht von seinem gesundheitsbedingten Rückzug löst in der Branche Bedauern aus, da Behrendt als Verfechter des Standorts Hamburg und als besonnener Stratege gilt. Während er dem Gremium weiterhin angehören wird, beginnt nun die Suche nach einem Nachfolger für den Vorsitz, der die Reederei durch die anstehenden Herausforderungen der Dekarbonisierung und Digitalisierung führen muss. Behrendts Vermächtnis bleibt eng mit dem Aufstieg Hapag-Lloyds zu einem globalen Global Player verknüpft, der trotz internationaler Konkurrenz seine Wurzeln in der Hansestadt nie verloren hat.